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Wenn die Lichter verlöschen – Kredite für Strom?

Im folgenden Beitrag werden ein paar kurze Informationen zur Problematik der Stromsperre gegeben und eine Empfehlung für Kredite um diese Maßnahme wieder aufzuheben. Als Quelle dienten Recherchen im Internet und in Universitätsbibliotheken.

Strom ist Allgemeingut, so könnte es erscheinen. Ohne Strom zumindest ist ein normales Leben nicht mehr vorstellbar: Egal ob es sich um den Betrieb des Kühlschranks, Herds oder der Waschmaschine handelt, die notwendigen Grundlagen des Alltags werden nur durch Strom abgedeckt. Urbane Mythen, wie studentische Wohngemeinschaften, die ihren Strombedarf mit einem Hamsterrad plus Dynamo decken und Licht mit Kerzen erzeugen, sind am Ende auch meist genau das: Mythen.
Umso erschreckender ist die Tatsache, dass angesichts der aktuellen Preisentwicklungen auf dem Strommarkt der Bezug von Strom gerade für Niedrigverdiener oder Sozialempfänger zusehends schwieriger wird.

Woran aber liegt die Preissteigerung, die sich bei privaten Stromanbietern und öffentlichen Versorgern gleichermaßen finden? Warum zeichnet sich eine weitere Steigerung ab – obwohl die Preise für Erdöl und damit auch für Gas doch seit einiger Zeit „im Keller“ sind. Eine Begründung dafür ist zunächst, dass die beiden erwähnten Formen der Rohstoffversorgung nicht viel mit dem Energiepreis zu tun haben.

Obwohl die moderne Technik zahlreiche Möglichkeiten gefunden hat, auch mit erneuerbaren Rohstoffen Energie zu gewinnen (Solar, Wind, Biomasse), stellen Atom- und Kohlekraftwerke doch immer noch die Hauptversorgungsleitung dar. Das Problem liegt jedoch genau hier: Durch den Ausstieg aus der Atomenergie sind die großen Versorger gewzungen, eine schnelle und zum Teil enorm kostenintensive Umlagerung ihrer Produktionszweige anzustreben. Dies kostet – nicht nur der Bau neuer Kraftwerke, auch die Stillegung der alten wird Zeit, Energie und Milliarden kosten.
Auf der anderen Seite sind Kohlekraftwerke mit enormen infrastrukturellen Kosten verbunden: Sie müssen errichtet und stetig an moderne Umweltstandards angeglichen werden. Zudem muss die Belieferung mit Kohle gewährleistet werden – und Kohle findet sich in Deutschland kaum noch in ökonomisch sinnvoll abbaubaren Mengen. Also muss die Kohle vom Ursprungsort angekauft werden und dann übr zahlreiche Trassen bis zum Brennofen geschafft werden. Das kostet – und zwar nicht wenig. Bedenkt man hier die Co2-Emission, versteht man vielleicht annähernd einige Atomkraftbefürworter.

Noch ein Problem sind die aktuellen Wirtschaftstrend: Durch die niedrigen Zinssätze der internationalen Währungsfonds sind Sparrücklagen kaum ergiebig. Genau aus diesen schöpfen Großunternehmen jedoch das Kapital, um laufende Kosten zu decken. Bleibt dies aus, müssen die Preise angehoben werden.

Am Ende der langen Kette von wirtschaftlichen Faktoren steht nun aber der durchschnittliche Abnehmer von Strom. Und wie aktuelle Zahlen zeigen, nimmt die Zahl der „Strominsolventen“ beständig zu: Fast jeder Fünfte Geringverdiener kann sich die Stromkosten nicht mehr leisten. Unter Hartz IV-Empfängern nimmt dies drastische Folgen an. Und das hat gerade in der kalten Jahreszeit herbe Auswirkungen: Denn ab 100 Euro Schuldenlast ist der Anbieter berechtigt, den Strom zu sperren.

Viele Betroffene schweigen zu lange. Grund ist meist die Scham, die ohnehin bereits mit dem Status als Sozialhilfeempfänger einhergeht. So wird die Notsituation nur unnötig verschlimmert.
Dabei bietet das Gesetz hier bereits Abhilfe: Durch ein Urteil vom 18. August 2014 durch das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen sind kommunale Jobcenter dazu aufgerufen, im Falle einer drohenden Stromsperre ein Darlehen anzubieten. Einzige Klausel ist, dass kein unnötig verschwenderischer Umgang mit Strom vorliegen darf. So können sich Menschen in Notsituation zumindest eine Weile vor dem Strom aus schützen. Das Problem der hohen Preise jedoch bleibt – und wird wohl angesichts der nach wie vor angespannten Weltwirtschaftslage auf absehbare Zeit nicht beseitigt werden.


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